Leben und Gesundheit

Morbus Parkinson – Wenn Bewegung zum Luxus wird 

Morbus Parkinson © Piccolo - Fotolia.comDer berühmte Boxer Muhammad Ali, Country-Legende Johnny Cash und Papst Johannes Paul II. – all diese Persönlichkeiten leiden bzw. litten an Morbus Parkinson. Michael J. Fox hat diese leider bis dato unheilbare Krankheit sogar bereits im relativ zarten Alter von nur 30 Jahren ereilt. Das Schicksal des heute 46-jährigen kanadischen Schauspielers ist aber gottlob ein recht seltenes. Die meisten von dieser neurologischen Erkrankung erstmals Befallenen findet man im Alter von 55 bis 65.

Dopamin-Mangel löst Bewegungsstörungen aus

Bei der nach dem englischen Arzt James Parkinson (1755-1824) benannten Krankheit handelt es sich um eine Bewegungsstörung, die durch den Funktionsverlust bestimmter Gehirnzellen, die den Botenstoff Dopamin produzieren, ausgelöst wird. Dopamin ist u.a. für die Bewegungsabläufe im Körper zuständig. Die verminderte Dopamin-Produktion löst ein Ungleichgewicht zwischen den verschiedenen Botenstoffen aus. Die Ursache für den Ausbruch des Morbus Parkinson hingegen ist weitgehend ungeklärt. Es wird u.a. vermutet, dass die Genetik oder auch Umweltgifte eine Rolle spielen könnten.

Symptome und Verlauf der Parkinson-Erkrankung


Morbus Parkinson beeinträchtigt den Körper mehr und mehr in seiner Bewegung, hat jedoch rein gar nichts mit einer Einschränkung des Geistes zu tun. Die Krankheit äußert sich in der Versteifung der Muskulatur, Zittern im Ruhestand, Verlangsamung der Bewegungen und Störung der aufrechten Haltung. Probleme beim Schreiben und Sprechen treten aufgrund der Bewegungseinschränkung der Muskel ebenso auf. Die Geschicklichkeit lässt nach, die Mimik wird eingeschränkt. Die Sprache wird eintönig und leise, der Gang langsam und kleinschrittig.  Die Arme schwingen beim Gehen nicht mehr mit, die Handschrift wird kleiner.

Im fortgeschrittenen Stadium wird leider auch das vegetative Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen: Blasenprobleme treten auf sowie Probleme mit vermehrter Schweiß- und Speichelproduktion, Verstopfung und Blutdruckschwankungen. Nicht unverständlich, dass dabei auch Depressionen und Sexualfunktionsstörungen entstehen können. Durch Gleichgewichtsstörungen läuft zudem manch Betroffener Gefahr, hin zu fallen. Darüber hinaus kommen oft Wirbelsäulenprobleme und Bewegungsblockaden hinzu. Die Gefahr, währenddessen an einer Demenz (Gehirnleistungsstörung) zu erkranken, ist ebenfalls gegeben.

Die Symptome, deren Intensität und der Verlauf der Krankheit kann sich von Patient zu Patient sehr unterschiedlich gestalten. Zu stoppen ist die Krankheit allerdings leider nicht. Die Begleiterscheinungen jedoch sind mit Medikamenten sehr gut in den Griff zu bekommen. Die Lebenserwartung ist bei Parkinson-Kranken angeblich genauso hoch wie bei Gesunden.

Behandlungsmöglichkeiten

Morbus Parkinson © Piccolo - Fotolia.comJe früher Morbus Parkinson behandelt wird, desto positiver wirkt sich dies auf den Krankheitsverlauf aus. Auf den jeweiligen Patienten abgestimmte Medikamente verzögern den Verlauf und schwächen die Symptome ab. Zum Ausgleich des Dopamin-Mangels werden z.B. Medikamente gereicht, die allerdings erst ab einem gewissen Alter genommen werden sollten, da sich bei einer längeren Einnahme von 3 bis etwa 5 Jahren Komplikationen einstellen können, die sich in unwillkürlichen Bewegungen, wechselnden Phasen von Starre und Beweglichkeit und schmerzhaften Verkrampfungen zeigen. In manchen Fällen wird auch neurochirurgisch eingegriffen.
 
Mit Physio- und Ergotherapie kann zudem die Beweglichkeit bis zu einem gewissen Grad länger erhalten bleiben. Leichte Fitness ohne Überanstrengung, vielseitige Ernährung (u.a. Ballaststoffe) und reichlich Flüssigkeitsaufnahme hilft dem Körper des Betroffenen, mit der Krankheit besser auszukommen.

M.J. Fox: „Parkinson wird nicht siegen“

In Selbsthilfegruppen können Betroffene sich mit anderen Erkrankten und deren Angehörigen über ihre Krankheit austauschen, hilfreiche Tipps für die Bewältigung des Alltags erhalten und allgemein psychische Unterstützung finden.
Eingangs erwähnter Schauspieler Michael J. Fox hat u.a. im Mai 2000 eine Stiftung für die Parkinson Forschung („Michael J. Fox Foundation for Parkinson´s Research“, http://www.michaeljfox.org) gegründet. Außerdem mischt er in der US-Politik mit, um die für Parkinson-Erkrankte so hoffnungsvolle Stammzellenforschung zu fördern. Er gibt nicht auf, an die Heilbarkeit von Morbus Parkinson zu glauben. Mit seinem Buch „Comeback. Parkinson wird nicht siegen“ schenkt er zudem Mitleidenden Mut und Hoffnung.